Martha, ihm schmeckts nicht!

„Maaar-ta, weißt du, wer hier is’ …“
„Jaha, hab’ ihn schon begrüßt. Toll, nicht?“
„Ich kümmere mich mal ´nen bisschen um den Herrn, ja?“
„Mach das, Maria!“
„Marta, wenn du mal endlich mit dem dauernden Topfgeklapper aufhören könntest, wir können uns gar nicht richtig unterhalten … hier versteht man ja sein eigenes Wort nicht. Am besten, ich mach’ mal die Küchentür zu. Das kann man ja nicht mit ansehen, wie du dich abrackerst.“
„Hör mal, Maria, kannst du mir nicht mal helfen? Meister, sag’ du doch, dass meine Schwester mir helfen soll!“
„Was soll das, Marta, erst soll ich mich um unseren Gast kümmern, und jetzt muss ich auch noch Töpfe schleppen?“
„Wie? Und ich kümmere mich nicht? Ah ja, aber gleich, wenn die Kohlsuppe auf dem Tisch steht, dann bist du wieder die Erste, liebes Schwesterherz …“
„Marta, hast du sein Gesicht gesehen? Kohlsuppe schmeckt ihm nicht! Ich sag’ es dir!“
„Aber, dass du ihm an seinen Lippen hängst, meine liebe Maria, das schmeckt ihm, was?“
„Was ist wohl wichtiger, kochen oder zuhören?! Er hätte sich ja gleich an deinen Herd setzen können, wenn er gewollt hätte.“
„An wen wird sich Jesus später wohl erinnern, an dich mit deiner Anhimmelei oder an meine Suppe?“

„Wisst Ihr was, meine Damen? Hört auf herum zu zicken. Wenn Kohlsuppe, dann Kohlsuppe. Wenn Gottes Seelenkost, dann das. Das Eine ohne das Andere geht aber nicht. Merkt es euch.“